Rückblick Faschingsfreizeit 2011
abgelegt unter:
freizeitzentrum
![]() |
Thema: Liebst du mich? (Die Bibel, Buch Johannes, Kapitel 21) Ca. vier Wochen sind jetzt vergangen seit der Familienfreizeit in Murrhardt. Die Welt ist seit her eine andere geworden. Seit dem verheerenden Erdbeben, Tsunami und Atomkatastrophe in Japan richtet sich unser Fokus darauf. Endzeitstimmungen, Weltuntergangszenarien haben Hochkonjunktur. Was bleibt zuletzt, wenn alles zerbrechlicher wird, sich scheinbar auflöst? Christenmenschen wissen um die Dimension der Liebe (1. Korinther 13, 13) welche unverrückbar bleibt - Anfang, Ziel und Ende ist. Sie lässt uns das alles ertragen und glauben, hoffen dass die Welt durch diese Gerichte hindurch muss wie Geburtswehen, auf das eine neue Welt entsteht in der Christus alles in allem ist. Von daher stellt sich die Frage von Jesus an Petrus: "Liebst du mich?" auch an uns. So können wir das Thema in drei Teile entfalten. |
![]() |
Alles drei ist nicht voneinander zu trennen. Jesus nennt es das vornehmste Gebot, die Summe aller göttlichen Forderungen (Matthäus 22, 37).
|
![]() |
So sehen wir: - "Liebe ist keine Tugend sondern das ganze JA zum anderen." - "Keine Liebe ohne Ehrfurcht, Wertschätzung, Hochachtung und dem Respekt der Freiheit des anderen, auch wenn er sich völlig anders entscheidet." (Zitate nach Ralf Luther, Neutestamentliches Wörterbuch)
Und Liebe entsteht durch Begegnung!
|
![]() |
Die Liebe zum Nächsten gestaltet sich oft schwer und bleibt nicht selten auf der Stecke. Sehr deutlich wird das auch im Verhalten der beiden Brüder im Gleichnis vom verlorenen Sohn. Ebenfalls in der Geschichte von Maria und Martha. Zwei ungleiche Schwester, die sicherlich eine tiefe Liebe zu Jesus hatten und diese auch unterschiedlich zum Ausdruck brachten. Nur im miteinander hatten sie große Schwierigkeiten. In der Geschichte von der Salbung Jesu, durch die Sünderin (Lukas 7, 36 - 50) sehen wir, wie Jesus die Tarnung (Fromme Fassade) des Pharisäers Simon aufdeckt und die Sünderin großzügig gewähren lässt. Wem viel vergeben ist, der kann auch viel lieben. Ob ich meinen Nächsten lieben kann oder nicht hängt also mit meinem Selbstbild zusammen. Bin ich in meinen eigenen Augen so fromm das ich Angesichts einer Liebesgeste (die verschwenderische Salbung der Sünderin) der Liebe versage? Oder zerbrochen und immer mehr von der erbarmenden Liebe Gottes abhängig. Wer das erfährt dem fällt das Lieben leichter. Ein weiteres Beispiel wäre der Liederdichter Johann Scheffler (1657) der sehr eindrückliche Liebeslieder gedichtet hat: - z.B.: Ich will dich lieben, meine Stärke. EG 400 - z.B.: Liebe , die du mich zum Bilde. EG 401 - Oder sein bekanntestes: Mir nach spricht Christus unser Held. EG 385 Schon damals während der Reformationszeit war er als Protestant sehr enttäuscht und tief verletzt von seiner Kirche, da er als Mystiker galt und in einer Kirche der Vernunft keinen Platz fand. Deshalb konvertierte er zum Katholizismus und wurde ein scharfer Bekenner der Gegenreformation. Ein Wunder ist heute, das seine Lieder im Evangelischen wie im Katholischen Gesangsbuch und sogar im Pfingstjubel Platz gefunden haben und zum Lob Gottes einladen. Das ist wahre Ökumene. Nach dem tiefen Versagen des Petrus (dreimalige Verleugnung) muss er einsehen, ohne die Liebe Jesu ist es unmöglich zu lieben. Nach der Auferstehung wird er von Jesus dreimal gefragt: "Liebst du mich?" und liebevoll in seinen Dienst eingesetzt, beim dritten Mal bekennt er ehrlich vor seinem Herrn: "Herr du weißt alle Dinge, du weißt das ich dich lieb habe". (Johannes 21, 17) Solche Liebe genügt dem Herrn völlig, da kann er etwas daraus wachsen lassen. Oder auch: "Ohne Liebe ist auch die frömmste Übung nichts"! Sebastian Soiné |



